Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit
Wer zum ersten Mal in unser Haus kommt, ist oft erstaunt: „Hier ist es aber gemütlich! Das hätte ich mir ja ganz anders vorgestellt“ oder „Ach, es gibt gar keine Schlafsäle mehr? Jedes Kind hat sein eigenes Zimmer und kann es nach seinen Vorstellungen gestalten?“
Falsche Vorstellungen und durch die Vergangenheit negativ gefärbte Einstellungen beherrschen oft noch das Denken vieler Menschen über Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe wie PAULINE – ein Ort für Kinder, Jugendliche und Familien.
Dabei ist es für die bei uns lebenden Kinder, die nicht selten in ihrer Biografie ablehnende Erfahrungen gemacht haben, immens wichtig, eine „Lobby“ in der Gesellschaft zu haben – was auch in Zeiten knapper werdender Kassen immer bedeutender wird.
Aus diesem Grund wurde der Arbeitskreis Öffentlichkeit gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Arbeit einer stationären Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe in der Öffentlichkeit vorzustellen und unser Haus in der Region immer wieder ins Gespräch zu bringen. Denn nur, wenn die Menschen draußen wissen, dass es unsere Einrichtung gibt und was wir für die uns anvertrauten jungen Menschen leisten, können wir auf Spenden hoffen, die viele Projekte erst möglich machen.
Zweimal im Jahr treffen sich interessierte Mitarbeitende mit Einrichtungsleiterin Sonja Boddenberg und unserer Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit, Ulrike Bremm, um verschiedene Projekte der Öffentlichkeitsarbeit zu planen. Dabei ist es uns immer wieder wichtig, Menschen in die PAULINE einzuladen, um ihnen einen realistischen Eindruck von moderner Kinder- und Jugendhilfe geben zu können. Zu den Projekten des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit aus den letzten Jahren zählt der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag in Leipzig, das Kinder-, Jugend-, Kultur- und Sportfest auf dem Siegburger Markt sowie der Tag der offenen Tür in der PAULINE. Außerdem plant der Arbeitskreis das zweimal im Jahr erscheinende Extrablatt, das über Neuigkeiten und Geschehnisse in unserem Haus berichtet, und an alle Jugendämter, Wohltäter*innen und Interessierte verschickt wird.
Im Extrablatt von Herbst 2025 berichtete Ulrike Bremm über ihren Alltag: „Bei der Öffentlichkeitsarbeit geht es mir darum, die wertvolle Arbeit der Kolleg*innen sichtbar zu machen, die sich an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr um das Wohlergehen der Betreuten kümmern. Geschichten aus der PAULINE zu erzählen – im Extrablatt, auf unserer Website, auf Instagram und Facebook, in Pressemitteilungen und Artikeln. Dafür führe ich Interviews mit Betreuten und Mitarbeitenden aus allen Bereichen. In Zusammenarbeit mit unserer Einrichtungsleiterin, Kolleg*innen und der Designerin Silke Jacobi erstelle ich Flyer oder Broschüren, mit denen wir uns auf Messen, Märkten oder hausinternen Events wie dem Tag der offenen Tür präsentieren.
Wie funktioniert so eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe überhaupt?
Ich möchte helfen, mit Mythen über Kinderheime aufzuräumen. Darüber aufzuklären: Wie funktioniert so eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe überhaupt? Was passiert zwischen Aufnahme und angestrebter Rückführung in die Familie? Wie sieht das Leben der Kids zwischen Kita, Schule, Hobbys und Gruppenalltag aus? Was und wen braucht es, um den Kindern und Jugendlichen eine Heimat auf Zeit zu geben, in der sie sich sicher, willkommen, gehört und gesehen fühlen? Welche pädagogischen Projektebringen Spaß und Fördermöglichkeiten? Und nicht zuletzt: Wie entwickelt sich die PAULINE als Haus weiter? Welche pädagogischen Konzepte werden verfolgt? Welche Themen wie Partizipation oder Inklusion liegen obenauf?
Dafür können wir auch auf die lokalen und regionalen Medien zählen. Ich überlege mir, welcher »Dreh« für die Journalistenkolleg*innen interessant sein könnte. Wie wir Betreuten und Mitarbeitenden ein Gesicht geben, mit emotionalem Storytelling Erfolgsgeschichten von Kindern und Jugendlichen teilen können. Mein Credo: Es muss menscheln. Denn Menschen folgen Menschen. Und Menschen – ob Privatpersonen, Unternehmer*innen oder Stiftungen – öffnen ihr Portemonnaie für Menschen: für unsere Kinder und Jugendlichen.
Indem ich über den Alltag der Kolleg*innen in der Öffentlichkeit berichte, Kontakte zu (potenziellen) Unterstützer*innen knüpfe und pflege, trage ich dazu bei, dringend benötigte Gelder für die PAULINE einzuwerben. Als Fundraiserin recherchiere ich, gemeinsam mit der Geschäftsführung, welche Stiftungen welche Ziele verfolgen, wo wir Förderung für Projektebeantragen können, und schreibe Förderanträge. Denn nur aus den knappen und immer knapper werdenden Mitteln der Jugendhilfe sind besondere Anschaffungen und Projekte nicht zu stemmen. Zum Glück bekommen wir immer wieder Unterstützung von Spender*innen und Förderinnen und Förderer, die von sich aus auf uns zukommen. Denn die Arbeit der PAULINE wird allseits geschätzt.“
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