BaKe68 – unser inklusives Wohnprojekt
In den 120 Jahren, in denen unsere Einrichtung besteht, wurden Konzepte immer wieder den gesellschaftlichen Bedarfen und den menschlichen Nöten angepasst. Um auch Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ein Zuhause bieten zu können, arbeiten wir immer inklusiver.
In unserem vorhandenen Baubestand war das allerdings größtenteils nicht umsetzbar (Stichwort: Barrierefreiheit). Darum haben wir uns dazu entschlossen, den zukunftsweisenden inklusiven Bau „BaKe 68“ zu errichten – ein wichtiger und nötiger Schritt, um eine moderne, inklusive und teilhabegerechte Jugendhilfe anbieten zu können, wie sie voraussichtlich ab 2028 auch durch den Gesetzgeber verlangt werden wird.
Auf unserem Grundstück im Siegburger Norden, ca. zwei Kilometer von der Stammeinrichtung entfernt, sind zwei Häuser mit insgesamt ca. 800 m² Nutzfläche entstanden, in denen wir insgesamt 32 behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche zusammen betreuen können. (Der Name „BaKe 68“ leitet sich von den umgebenden Straßen, der Bambergstraße und der Kempstraße, sowie der Hausnummer ab.)
Es gibt einen kleinen Garten mit barrierefreien Spielgeräten. Mehrere Zimmer sind rollstuhlgerecht gebaut bzw. erlauben das Aufstellen von Pflegebetten. Alle Räume sind für alle jungen Menschen, egal mit welcher Beeinträchtigung, zugänglich (Stichworte: Aufzug, Tür- und Flurbreite).
Haus 1:
In Haus 1 sind der Verselbstständigungsbereich und die Tagesgruppe (teilstationäres Angebot), ebenfalls inklusiv gebaut, untergebracht.
Zum Verselbstständigungsbereich (ca. 370 m² Nutzfläche) gehören die Wohngemeinschaft (WG) und die WG Appartements (WG Apps) für mindestens 16 Jahre alte Menschen. Hier können die Jugendlichen, begleitet durch 4 Sozialpädagog*innen, Schritte in die Eigenständigkeit gehen. Im Fokus der pädagogischen Arbeit: berufliche Entwicklung, Umgang mit Finanzen, Aufbau eines Netzwerks und Führung eines Haushalts. Kinder, die unserer Außenwohngruppe in unmittelbarer Nachbarschaft entwachsen, können hierherziehen. Die WG hat 6 Einzelzimmer, einen Gemeinschaftsraum, eine Küche und einen Besprechungsraum, die WG Apps verfügen über 5 Appartements.
In der Tagesgruppe werden Familien in Krisen teilstationär betreut.
10 Kinder werden hier tagsüber eng sozialpädagogisch begleitet. Die Eltern bzw. andere wichtige Bezugspersonen werden von dem Pädagog*innenteam in Erziehungsfragen angeleitet und beraten. Betreut werden können auch in dieser Gruppe Menschen mit und ohne Behinderung. Die Räumlichkeiten der Tagesgruppe, die sich im Erdgeschoss befinden, können auch für sozialräumliche Angebote im Stadtteil genutzt werden. Damit wird ein weiterer Aspekt guter inklusiver Arbeit aufgegriffen: die Nutzung des Sozialraums für Klient*innen und Öffnung unserer Einrichtung in den Sozialraum, um Teilhabemöglichkeiten für unsere Klient*innen zu verbessern.
Haus 2:
In dem anderen Haus ist unsere vollstationäre Außenwohngruppe Anno untergebracht, in der 9 Kinder zwischen 6 und 16 Jahren ein Zuhause haben. Sie werden von einem 6,5-köpfigen Pädagog*innenteam rund um die Uhr im Schichtdienst betreut und ein Stück auf ihrem Lebensweg begleitet. Hauptziel ist die Rückführung ins Elternhaus, sodass die Arbeit mit der gesamten Familie im Fokus aller Bemühungen steht. Weiteres wichtiges Erziehungsziel ist die individuelle und adäquate kognitive, emotionale und gesundheitliche Förderung der Kinder.
Die Gruppe Anno hat 9 Einzelzimmer, ein Wohn-/Esszimmer, eine Küche, einen Funktionsraum, zwei Badezimmer und einen Pädagog*innenbereich mit Nachtbereitschaftszimmer, Bad und Büro.
Hier finden Sie einen lesenswerten Artikel von Andreas Helfer über unser Bauprojekt aus dem Kölner Stadt-Anzeiger:
Der Architekt von „BaKe68“ ist Gunnar Freudiger:
www.freudiger-planen.com/kontakt/
Der Neubau wurde zu großen Teilen aus Fördermitteln und Spenden finanziert. Wir sind allen Unterstützer*innen sehr dankbar, dass Sie uns geholfen haben, unser inklusives Bauprojekt zu realisieren!