Feierliche Einweihung unseres inklusiven Neubaus "BaKe 68"

Veröffentlicht am 03. Oktober 2026 | Themen: Feste und Feiern, Förderverein, Spende

„Inklusion beginnt mit einer ganz einfachen Botschaft: Du bist hier willkommen, du gehörst dazu, du wirst hier so angenommen, wie du bist – und kannst im Alltag ganz selbstverständlich teilhaben. Um all das geht es für unsere Kinder und Jugendlichen in BaKe 68“, betonte Janina Ponfickl, die Inklusionsbeauftragte der PAULINE.

„Wir sind ganz schön stolz auf das, was wir hier geschaffen haben“, sagte Geschäftsführerin Sonja Boddenberg bei der feierlichen Einweihung des inklusiven Neubaus der PAULINE im Siegburger Annoviertel, und Geschäftsführer Thomas Commer (vormals Arentz) bedankte sich bei allen, die mit Fördermitteln und Spenden zur Realisierung des gut vier Millionen teuren Bauprojektes beigetragen haben. Die Kosten konnten zu einem Viertel über Förder- und Stiftungsgelder finanziert werden. 1,05 Millionen Euro kamen über Fundraising zusammen. Mit größeren Beträgen unterstützt haben Stiftung Wohnhilfe, Caritas-Fonds, Hofmann Stiftung, BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“, Ikea-Stiftung, in Siegburg die Stiftung Michaelsberg und die LENA-Stiftung und nicht zuletzt der Förderverein Pauline von Mallinckrodt in Siegburg e.V.

Nach zweijähriger Bauzeit konnten die Gebäude am 02. Oktober 2026 eröffnet werden. Ein wichtiger und nötiger Schritt, um eine moderne, inklusive und teilhabegerechte Jugendhilfe anbieten zu können – und ein Grund zum Feiern.

Zu den Gästen gehörte die Vizelandrätin Notburga Kunert. Sie würdigte die PAULINE und den inklusiven Neubau als etwas ganz Besonderes – „und natürlich sind wir auch im Rhein-Sieg-Kreis stolz darauf.“ Der stellvertretende Bürgermeister Siegburgs Oliver Schmidt nannte die Eröffnung ein „wichtiges Ereignis“ für die Kreisstadt: „Die PAULINE erweitert nicht nur ihr Angebot, sondern stärkt zudem die soziale Infrastruktur unserer Stadt.“ Und Siegburgs Jugendamtsleiter Klaus Meiners zollte der PAULINE für „Eure Innovation, Eure Tatkraft und Eure Zielstrebigkeit, mit der Ihr Sachen voranbringt“ Respekt: „Auch wenn die große Lösung, die inklusive Jugendhilfe 2028 nicht kommt, haben wir nichtsdestotrotz Kinder und Jugendliche mit besonderen Bedarfen. Ihr habt entsprechend reagiert und diese Häuser hier auf die Beine gestellt.“ Diakon Marc Kerling von der benachbarten Kirche St. Anno hatte bei der Segnung von „BaKe“ eine geschnitzte Königsfigur als Leihgabe mitgebracht und erklärte den Hintergrund: Der König soll die Kinder, die Jugendlichen und die Mitarbeitenden segnen und sie dabei unterstützen, sich gut in die Nachbarschaft zu integrieren.

Die drei Gruppenleiterinnen stellten sich vor; die drei Gruppensprecher*innen der in „BaKe 68" betreuten Gruppen durften das Band durchschneiden, um die Einrichtung symbolisch zu eröffnen. Es war ein fröhliches Fest im Garten sowie rund um die Annokirche! Rührende Auftritte der Kids der Gruppe Anno, der Tagesgruppe und der PAULINE-Tanzgruppe unterhielten das Publikum; die PAULINE-Band „Soundclub“ sorgte für die musikalische Untermalung. Es gab Spielstationen, einen inklusiven Parcours, Leckeres zu essen und zu trinken, und der „Kölner Spielecircus“ lud die Kinder zu Mitmachaktionen ein.

Nachbar*innen und Interessierte konnten einen Rundgang durch die beiden barrierefreien Häuser machen und lobten die schöne Gestaltung und die farbenfrohe Einrichtung, in der sich die Kinder und Jugendlichen ohne und mit Behinderungen oder Teilhabeeinschränkungen wohlfühlen können.

Architekt Gunnar Freudiger hatte das Bauprojekt mit ca. 800 qm Nutzfläche geplant – mit rollstuhlgerechten Fluren und Türen, Aufzügen, Küchen mit höhenverstellbaren und mit Rollstuhl unterfahrbaren Arbeitsflächen, befahrbaren Duschen sowie einem kleinen Garten mit barrierefreiem Spielgerät. Mehrere Zimmer sind rollstuhlgerecht gebaut. Die gemeinschaftlich genutzten Räume sind für alle jungen Menschen, egal mit welcher Beeinträchtigung, zugänglich.

Im September 2026 erfolgte der Umzug von drei Gruppen aus dem Stammhaus in Siegburg-Wolsdorf nach „BaKe 68“, wie die beiden Häuser aufgrund der umgebenden Bamberg- und Kempstraße sowie der beiden Hausnummern genannt werden.

Insgesamt 31 Kinder und Jugendliche ohne und mit Behinderungen oder Teilhabeeinschränkungen im Alter von sechs bis 21 Jahren werden derzeit in „BaKe 68“ von drei Mitarbeitendenteams betreut.

21 vollstationäre Plätze stehen zur Verfügung: neun in der alters- und geschlechtsgemischten Außenwohngruppe Anno, zwölf im Verselbständigungsbereich, also der Wohngemeinschaft (WG) und den Trainingsappartements (WG-Apps). In der WG haben alle Jugendlichen ab 16 Jahren ihr eigenes Zimmer und teilen sich eine Gemeinschaftsküche; in den WG-Apps hat jede Wohnung ihre eigene kleine Küche. Außerdem gibt es zehn teilstationäre Plätze in der inklusiven, familienorientierten Tagesgruppe. Dort werden die Kinder montags bis freitags nach der Schule betreut.

Die Räumlichkeiten der Tagesgruppe, die sich im Erdgeschoss befinden, können auch für sozialräumliche Angebote im Stadtteil genutzt werden. Wichtig bei der inklusiven Arbeit ist der PAULINE die Sozialraumorientierung, die Integration ins Annoviertel. Daher wurde im Anschluss an die offizielle Einweihung ein Quartierfest rund um die Annokirche gefeiert, zu dem die Nachbarschaft eingeladen war.

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